º Doktor Drucker
Die Wissenschaft bringt seit eh und je die ungeheuerlichsten Sachen hervor. Nun wurde ein Drucker für Medikamente entwickelt. Mit dem gerät lassen sich Wirkstoffe auf Tabletten drucken.
Der Pillendrucker
Britische Forscher entwickelten das Gerät, welches einen herkömmlichen Tintenstrahldrucker zum Vorbild hat. Nur in diesem Fall stellt eine standardisierte Tablette das Papier dar und statt Tinte sind Wirkstoffe in den Patronen. Das verblüffende neue Gerät kommt aus Leeds und Durham, denn Forscher dieser beiden Universitäten dachten sich, dass man Medikamente doch auch individuell herstellen können sollte, wie beispielsweise den heimischen Fotoausdruck. Der Medikamentendrucker stünde wahrscheinlich eher in Apotheken als in privaten Wohnräumen, dafür könnten die Apotheker dann recht schnell für ihre Kunden individuell angepasste Tabletten herstellen, deren Wirkstoffe und Dosis auf die jeweilige Person zugeschnitten wären.
Die Funktionsweise erforderte bestimmte technische Neuerungen. Der Drucker verwendet Standardtabletten, da dies einfacher zu bewerkstelligen ist, als alle Pillen anders aussehen zu lassen. Zumal die meisten Medikamente neben der geringen Menge unterschiedlicher Wirkstoffe sehr ähnlich aufgebaut sind. Die Wirkstoff-Tropfen sind etwa zwanzig mal so groß wie Tintentröpfchen bei einem normalen Tintenstrahldrucker, daher mussten die Düse und die Flüssigkeitspumpen in Form und Größe angepasst werden.
Doktor Drucker ist noch im Medizinstudium
Noch sind die Möglichkeiten vom Pillendrucker begrenzt. Zwar sind die Medikamente aus dem Gerät schnell wirksam, da die Wirkstoffe sich auf der Oberfläche befinden, aber bei manchen Mitteln ist das nicht gewünscht. Es gibt schließlich diverse Pillen, die ihre Wirkstoffe erst im Magen freisetzen sollen. Diese Medikamente lassen sich mit dem Drucker noch nicht herstellen. Zudem ist die Technik bisher nur auf weniger als einen Prozent aller Wirkstoffe anwendbar, da die unterschiedlichen Stoffe sich nur unterschiedlich gut in Flüssigkeit auflösen und so wiederum unterschiedliche Anforderungen an die Drucktechnik stellen. Aktuell zielt die Forschung darauf ab, dass der Drucker ca. 40 Prozent aller zugelassenen Wirkstoffe verwenden kann. Die Tauglichkeit verschiedener Wirkstoffkombinationen ist bislang auch nicht genug erforscht.
Auf der einen Seite werden Medikamente durch den Drucker günstiger und die Produktion wird teilweise wieder in die Apotheken zurückgeführt, auf der anderen Seite wird es generell schwerer – wenn nicht unmöglich – mit dem bloßen Auge Originale und Fälschungen zu unterscheiden. Es bleibt also abzuwarten, ob “Doktor Drucker” seinen Dienst für die Massen aufnehmen wird.